Sonntag, 7. September 2014

[Rezension] Atemnot von Ilsa J. Bick



Titel: Atemnot
Autor/in: Ilsa J. Bick
Verlag: Egmont INK
Original Sprache: Amerikanisch
Original Titel: Drowning Instinct
Übersetzer/in: Anke Caroline Burger
Preis Hardcover: 14,99€
Preis Taschenbuch: /
Preis E-Book: 13,99€
Seiten: 352

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Leseprobe











Jennas Leben war bisher wirklich nicht leicht. Sie wäre fast bei einem Brand ums Leben gekommen und seit dem hat sie mit den Folgen, dieses Erlebnisses zu kämpfen. Umgeben von einem narzisstischen Vater und einer desinteressierten Mutter, findet sie keinen anderen Weg, als sich zu ritzen. Nun soll sie auf eine staatliche Schule zurück. Doch dort macht sie gleich am ersten Tag Bekanntschaft mit Mr. Anderson. Ihrem gut aussehenden Chemie Lehrer. Die beiden scheint etwas tiefes zu verbinden und nur bei ihm fühlt Jenna sich verstanden und geborgen.
Doch kann sie durch ihm wirklich der Realität entfliehen?








Handlung:
Ich kann euch gleich sagen, dass ihr besser so ziemlich alles vergesst, was der Klappentext euch verspricht. Denn nichts davon erwartet euch in diesem Buch. Etwas enttäuschend, wenn man bedenkt, wie neugierig er einen doch auf Atemnot macht.
Er ist der einzige Grund, der mich auch dazu veranlasst hat in Verlaufe des Buches mich zu fragen wer Täter und Opfer ist, obwohl es eigentlich so klar wirkt, wie nur was. Und auch bleibt. Was die Persönlichkeit der Charaktere angeht, hat mich keine Überraschung erwartet. Ich hoffe, dass war jetzt nicht zu gespoilert für euch, aber ich möchte einfach ganz ehrlich sein.
Was euch in diesem Buch erwartet, ist die Geschichte eines Mädchens, das komplett am Ende ist mit ihrem Leben. Alles was in diesem Buch schieflaufen könnte, läuft auch schief. Alle Probleme, die man als nicht armer Mensch in unserer heutigen Gesellschaft haben kann, treten hier auf. Und ich meine wirklich alle. Das einzige, was noch gefehlt hätte, wäre eine Dreiecksbeziehung mit ihrem Bruder gewesenen. Mag hart klingen, aber genauso ist es.

Es wird als ein Jugendbuch angepriesen, aber, was soll ich als Jugendliche aus diesem Buch „lernen“, für mich mitnehmen? Ich kann von Glück reden, dass es mir weitaus besser geht, als Jenna, aber wenn ich genauso am Ende wäre wie so, wo würde oder könnte mich eine solche Geschichte hinführen? Das frage ich mich halt. Ihr müsst natürlich alle selbst wissen ob ihr eine so… belastende Geschichte lesen könnt und wollt, da kann ich niemandem reinreden. Aber erwartet nicht, das was der Klappentext euch verspricht. Einen spannenden Krimi/Thriller, der Täter und Opfer nicht trennen wird, und so etwas ganz besonderes ist. Sondern eine „Problem“ Geschichte, ohne wirkliches Ziel und Ende.

Der Schluss lässt zudem viele Fragen offen, für mich, zu viele. Hätte die Autorin noch ein paar wichtige Fragen der Handlung beantwortet, hätte es ein Buch sein können, dass einen trotz allem irgendwie zum nachdenken anregt, aber so weiß ich nicht, was ich davon halten soll. 


Charaktere:
Jenna. Bei ihr wusste ich lange nicht, was ich von ihr halten soll. Der Klappentet ließ mich an vielen Charakteren zweifeln, und mich fragen ob das, was sie dem Leser zeigen, auch der Wahrheit entspricht. So habe ich mich bei ihr gefragt, ob sie vielleicht nur so unschuldig tut, und in Wirklichkeit ziemlich gerissen ist und ein böses Spiel spielt. Klar möchte ich euch hier ungerne spoilern, deswegen werde ich mal zu diesem Thema schweigen. (Obwohl ihr euch, wenn ihr aufmerksam gelesen habt, sicherlich schon denken könnt, was der Fall ist) Aber auch gerade dadurch viel es mir schwer, mich in sie hineinzuversetzen und mit ihr mitzufühlen.
Zudem kommen noch die etwas unrealistischen und für meinen Geschmack zu gehäuften Probleme, denen sie begegnet. Wie schon gesagt, wirkte alles irgendwann nur noch ein wenig zu überzogen auf mich, als dass ich es wirklich ernst nehmen und mitfühlen könnte. Ein Buch muss für mich halt eben immer noch im Beriech des Vorstellbaren liegen. Und Die Autorin hat hier einfach versucht zu viele Sachen zu mischen, sodass ich irgendwann einfach gar nicht mehr wusste wohin ich mit meinen Gedanken soll.
Zudem hätte ich erwartet, dass Jenna sich im Laufe des Buches verändert und weiterentwickelt, was aber nicht wirklich geschieht und was ich auch sehr schade finde. Auch hier habe ich mich gefragt, was mir die Geschichte sagen soll.



Mr. Anderson erschien mir zunächst sehr nett. Er setzt sich von Anfang an für Jenna ein und versucht ihr zu helfen, und wie ganz zufällig erscheint er ihr immer als Retter in der Not. Trotzdem ließ mich auch der Klappentext an ihm zweifeln, was meine Sympathie für ihn deutlich eindämmte. Letztendlich hat sich auch hier nicht viel getan und ich wollte zwar gerne etwas über seine Vergangenheit und somit seine Beweggründe herausfinden, mehr aber auch nicht.


Schreibstil: 
Hier habe ich dann doch mal was zu loben. Ilsa J. Bicks Schreibstil ist wirklich grandios. Schonungslos und ehrlich erzählt sie Jennas Geschichte und ihre Beschreibungen waren sehr lebendig, sodass ich mir die Handlung wenigstens Bildlich gut vorstellen konnte. Sie schafft es zudem gut Spannung aufzubauen und den Leser somit irgendwie mitzureißen. Ich glaube, sonst hätte ich auch nicht so gerne weitergelesen.


Mag ich eigentlich ganz gerne. Es ist düster und geheimnisvoll, lässt aber auch ein wenig was von der Geschichte erahnen.








Ein Buch, das mich wirklich zweispaltet. Einerseits, ist kaum etwas von dem Klappentext, der mich so verheißungsvoll zu Atemnot hat greifenlassen, geschehen. Es wurde alles eher zu einer Geschichte voller Probleme, und ich fühlte mich irgendwann nur noch zugeschüttet mit alledem und wusste gar nicht mehr auf welchen Teil der Handlung ich mich konzentrieren soll. Das hat es mir auch schwer gemacht mich in Jenna einzufühlen. Diese macht im Laufe der Handlung auch keine große Entwicklung durch, was ich mir aber doch erhofft hätte.
Andererseits konnte mich der Schreibstil mitreißen. Es wurde gut Spannung aufgebaut und ich wollte trotz allem immer weiter lesen und wissen, wie es weitergeht und habe bis zur letzten Seite Hoffnungen in den Schluss gesetzt.
Alles in allem: Ein Buch von dem ich mir echt mehr erwarte hätte.


Ich denke, hier muss jeder wirklich für sich entscheiden, ob er dieses Buch lesen möchte oder nicht. Ich weiß immer noch nicht recht ob ich es mögen oder hassen soll, deswegen entscheide ich mich hier für den Mittelweg und vergebe drei Schmetterlinge.





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